Ufo in der Herner Innenstadt © Bernhard Albert / Frankfurt am Main

Zeit für Zukunft

Im Newsbereich finden Sie Beiträge zu aktuellen Projekten und Publikationen. Um den allgemeinen Bereich nicht zu überfluten, habe ich für Arbeitsfelder, in denen es aktuell besonders viel zu berichten gibt, eigene Rubriken geschaffen. Bitte schauen Sie bei Ihren Themen auch dort. Viel Spaß beim Lesen.

Der 3D-Druck revolutioniert die Wertschöpfungsketten

 
Es wird viel spekuliert in Sachen 3D-Druck. Die einen gehen davon aus, dass variable 3D-Drucker bald in jedem Haushalt stehen und dass vom Lebensmittel über Kinderspielzeug bis zum Möbelstück oder Ersatzteil alles gedruckt werden kann. Die anderen erwarten, dass der 3D-Druck eine Nischenanwendung bleibt und dass Waren aus dem 3D-Drucker niemals die Qualitätsstandards von Herstellern und Endkunden erfüllen werden. Schon die heutige Praxis zeigt, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Selbst traditionsbewusste Automobilzulieferer und Maschinenbauer setzen in der Fertigung zunehmend auf den 3D-Druck. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Möglichkeiten des 3D-Druckers im privaten Haushalt aufgrund der hohen technischen Komplexität der Druckverfahren beschränkt sind. Zudem würde die Vielfalt an Druckmaterialien, die für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder bevorratet werden müssten, das Budget und die räumlichen Möglichkeiten privater Haushalte sprengen. Als wahrscheinlicher werden Insellösungen für unkritische Anwendungen angesehen, wie etwa Nudeldrucker anstelle von Nudelmaschinen oder 3D-Drucker für Heimwerker, Modellbauer und Hobbydesigner, etwa im Bereich individueller Mode- und Wohnaccessoires, da hier vergleichsweise einfach zu verarbeitende gefärbte oder angereicherte Kunststoffe zum Einsatz kommen können.

Für alle größeren und technisch komplexeren Gegenstände, die einen Materialmix und unterschiedliche Druckverfahren erfordern, wird erwartet, dass in den Städten und Regionen Druckservices für private und gewerbliche Kunden entstehen, in denen zeitnah und kundenindividuell produziert wird. Selbst Massenartikel, die aufgrund der Arbeitskosten bisher oft aus Asien oder Osteuropa kommen, könnten mit der Durchsetzung des 3D-Drucks hier ebenso günstig wie dort hergestellt werden. Im Ergebnis würden relevante Teile der Produktion mittel- bis langfristig aus dem nationalen und internationalen Raum nah zum Endkunden und damit zurück in die Regionen und die Städte verlagert. Dafür spricht auch, dass die Produktion mit 3D-Druckern oder Lasern deutlich leiser und sauberer ist, als die klassischen Formen industrieller Fertigung. Eine kundennahe ressourceneffiziente Produktion in den wachsenden Megastädten dieser Welt wird auch aufgrund der langen Transportwege und der zunehmenden Verkehrsbelastungen immer wichtiger und sinnvoller.

Sollte sich der Trend zum 3D-Druck durchsetzen, hat das weitreichende Konsequenzen für die Logistikdienstleister, darunter die folgenden:

  • Der internationale Warenverkehr geht zurück, weil preisgünstig und zeitnah vor Ort produziert werden kann.
  • Die Volumen gehen zurück, weil Güter durch kompakte Druckmaterialen, wie Filament, Harze oder Pulver ersetzt werden.
  • Der Bedarf an Lagerkapazität geht zurück, weil Waren und Ersatzteile erst bei Bestellung hergestellt werden.
  • Auch die Materialien, die verdruckt werden, lassen sich nach Angaben der Industrie zu wesentlichen Teilen ortsnah produzieren.
  • Der Endkunde verständigt sich unter Umgehung der Logistikdienstleister mit dem Druckservice über die Lieferung.
  • Der Handel als Akteur zwischen Hersteller und Kunden verliert entscheidend an Bedeutung.

Aber natürlich ergeben sich daraus auch Chancen, z. B. für den 3D-Druck als Mehrwertdienstleistung für Hersteller und Handel, für den Aufbau von 3D-Druckzentren in den Städten und rund um die Städte, oder für die Lagerung und zeitnahe Bereitstellung der Materialien für den Druck.


 

Risikomanagement sträflich vernachlässigt

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2013 kritisiert die OECD, dass Unternehmen das Risikomanagement vernachlässigen. Wir von Foresight Solutions unterstützen Unternehmen mit einer szenarienbasierten Abschätzung und Quantifizierung von Risiken für Produkte, Geschäftsbereiche und Innovationsvorhaben. Wir analysieren die Konsequenzen im Zeitverlauf und bemessen die Risiken unter unterschiedlichen Bedingungen. Im Projekt ergänzt unser fundiertes Wissen über Entwicklungen im Markt und seinen Umfeldern das Wissen der Fach- und Führungskräfte in Ihrem Unternehmen. Gemeinsam mit Ihnen betrachten wir in Szenarien die Wirkungen und Folgewirkungen auf Ihre Geschäftsfelder. Mit Hilfe der Stochastik stellen wir fest, wie hoch die Risiken tatsächlich sind, und entwickeln mit Ihnen Konzepte und Maßnahmen, damit Sie diesen besser widerstehen können.

Hier der Link zum Report der OECD ...
 

Verwirklichung von Inklusion

 
Mit Blick auf globale Entwicklungen erscheint die Umsetzung von Inklusion wie ein Kampf gegen Windmühlen. Doch nur durch eine umfassende und gleichberechtigte Beteiligung aller an allen gesellschaftlichen Prozessen – unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter – lässt sich gesellschaftlicher Zusammenhalt sichern.

In ganz besonderer Weise sind hier Institutionen gefordert, die sich dieser Aufgabe bereits mit besonderen Angeboten für besondere Menschen stellen. Für sie gilt es, die eigene Rolle zu reflektieren, neu zu denken und weiter zu entwickeln. Gleiches gilt für Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, Kultur- und Bildungseinrichtungen und alle Organisationen, die nach Wegen suchen, Ausgrenzung zu vermeiden und gesellschaftliche Teilhabe weiter voran zu treiben.

Inklusion findet nicht nur im Kopf statt, sie muss gelebt werden. Das gelingt, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter, Angehörige und Betroffene, Dienstleister und Ehrenamtliche, Neugierige und Nicht-Betroffene einbezogen werden, denn Inklusion ist eine Querschnittsaufgabe. Inklusion braucht aktive Beteiligung!

Wir bringen die Verfahren und Erfahrung der Beteiligungsverfahren mit, Sie ihre Fachkompetenzen und das fundierte Wissen über Problemstellungen, Wünsche und Potenziale.

Wir freuen uns darauf, Ihnen ein Angebot machen zu können!
Hier ein Link zu unserer aktuellen Broschüre.


 

Zukunftsdimensionen der Informatik- und Ingenieurberufe

Im Sommersemester 2014 startete an der Hochschule Darmstadt ein Seminar für Studierende der Informatik und der Ingenieurswissenschaften zu den Zukunftsdimensionen ihrer Berufe. Ich freue mich als Dozent mit dabei sein zu dürfen. An meiner Seite im Seminar steht Karlheinz Thies, Vorsitzender der Deutschen Zukunftsakademie. Ich führe in die Themen Zukunftsforschung, Innovationsmanagement und Roadmapping ein. Er befasst sich mit wissenschaftlichem Arbeiten sowie Projekt- und Veränderungsmanagement. Im Rahmen des Seminars finden drei öffentliche Gastvorträge statt, einen davon wird Frau Prof. Dr. Edith Rost-Schaude zum Thema “Innovation: Wie kommt das Neue in die Welt?” halten, den zweiten Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher zum Thema “Globalisierung, Nachhaltigkeit, Zukunft – zur Rolle des “allmächtigen Ingenieurs”” und den dritten Abend gestaltet Prof. Dr. Martin Führ zur "EU-Produktregulierung im Hinblick auf die "Öko-Design"-Richtlinie".

Modulbeschreibung ... | Details ...

 

System Alliance präsentiert den Zukunftsreport 2.0

Vor zwei Jahren stellte die System Alliance erstmals die Ergebnisse der „Zukunfts-Werkstatt“ einem breiten Publikum vor. Damals fand die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit wichtigen Zukunftsfragen große Resonanz. Darauf aufbauend brachte die Stückgutkooperation den „Zukunftsreport 2.0“ heraus, der auf der diesjährigen „transport logistic“ in München präsentiert wurde. Der Zukunftsreport wurde von den Experten der Zukunftslotsen gemeinsam mit der System Alliance erarbeitet.

„Wir haben die Stakeholder-Perspektive viel stärker in die Studie hereingenommen und uns intensiv damit befasst, wo in den einzelnen Trendbereichen die Möglichkeiten für die System Alliance liegen, die Zukunft aktiv zu gestalten“, betont Dr. Bernhard Albert, Zukunftsforscher von Foresight Solutions und Mit-Autor des Zukunftsreports.

Zu den relevantesten Trends gehört die Zunahme von grenzüberschreitenden Verkehren. „Alle bekannten Studien gehen von einer deutlichen Zunahme des innereuropäischen Verkehrs in den kommenden Jahrzehnten aus“, erklärt Autor Dr. Heiko von der Gracht, Director Institute for Futures Studies and Knowledge Management. Einher geht diese Entwicklung mit der Konsequenz, dass eine steigende Komplexität in der Abwicklung auch die Anforderungen an die Mitarbeiter erhöht. Eine starke Wirkung geht auch von den wachsenden Anforderungen an Supply Chain Designs aus. „So zeichnet sich etwa ab, dass die Logistik durch die zunehmende Relevanz von Ballungsräumen ganz neue Transportkonzepte mit einer noch stärker ausdifferenzierten Modularität entwickeln muss“, berichtet Prof. Dr. Thomas Krupp. Der Dekan für Logistikmanagement an der Europäischen Fachhochschule Brühl fordert: „Hier wird der Austausch zwischen den Akteuren über klassische Kooperationsmodelle hinausgehen müssen.“

Den ersten und den zweiten Zukunftsreport finden Sie online auf den Seiten der System Alliance: zum Zukunftsreport

Die PDF-Version können Sie bei uns anfordern.


 

Die Zukunfts-Werkstatt der System Alliance

Unsere aktuelle Studie zur Zukunft der Logistikdienstleistungen präsentierten wir am 06. Juni 2013 ab 11 Uhr bei der weltgrößten Logistikmesse am Stand der System Alliance (transport logistic - Halle A5, Stand 115/218). Der Zukunftsreport wurde von den Zukunftslotsen mit der und für die Stückgutkooperation erarbeitet. Im Anschluss an einen 20-minütigen Experten-Talk zu Trends als Treiber logistischer Prozesse, stand Dr. Bernhard Albert für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch zum aktuellen Zukunftsreport der System Alliance zur Verfügung.

Zu den methodischen Highlights der Studie gehören ein Trendportfolio, das eine solide Basis für strategischen Themen- und Innovationsmanagement liefert, und eine Stakeholderanalyse, in der herausgearbeitet wurde, welche Akteure die Zukunft der Branche maßgeblich gestalten. Beide geben einen strukturierten Überblick, differieren im Ergebnis aber abhängig von den Zielen, Angeboten und Strukturen der Unternehmen, die sie einsetzen. Gerne entwickeln wir diese auch für ihr Unternehmen.

Themen am Stand:

  • Fachkräftemangel in der Logistik (04.06.)
  • Carbon Footprint (04.06.)
  • Gute Personalarbeit (05.06.)
  • Informationstechnologie (05.06.)
  • Zukunfts-Werkstatt: Trends und Entwicklungen (06.06.)
  • Nachhaltige Logistik (06.06.)
  • Cloud-Computing (06.06.)
  • Compliance (07.06.)

Während der acht jeweils zwanzigminütigen Diskussionsrunden, die der Medien- und Logistikexperte Uwe Berndt (www.logistik-tv.net) moderierte, hatten die Experten - Speditionsleiter, Vertriebsprofis, Personaler, Wissenschaftler und Kunden - vor allem einen Auftrag: Sie sollten aufzeigen, warum Themen wie Nachhaltigkeit in der Logistik, Gute Personalarbeit, Compliance oder Cloud-Computing bei den Logistik-Unternehmen einen so hohen Stellenwert haben und welche Schwerpunkte die jeweiligen Fachleute in den Unternehmen setzen.

Weitere Informationen: www.systemalliance.de

 

Medienbildung trifft Zukunftsforschung!
... und was war 2025?

Am 26.11.2012 traffen sich mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Roten Rathaus in Berlin zu Vorträgen, Diskussionen und Workshops zu spannenden Zukunftsfragen.

Die folgende Dokumentation enthält alle Redebeiträge aus dem Plenum sowie die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und ist angereichert mit einer Vielzahl von Impressionen aus der Veranstaltung

 

Impressionen vom 5. Verpackungsgipfel

Unter dem Motto: "Verpackungen, Verkaufen, Marken – Die Verpackung im Spannungsfeld zwischen Hersteller, Handel und Konsument" luden führende Verpackungs-Fachmedien des Deutschen Fachverlages, Packreport und Packmittel, gemeinsam mit den Medienpartnern Lebensmittel Zeitung, und Horizont Anfang November 2013 zum 5. Verpackungsgipfel nach Wiesbaden ein. Mit einem Kommentar zum Gipfel von Dr. Bernhard Albert!

Impressionen vom 5. Verpackungsgipfel von logistik-tv.net auf vimeo.
 

Innovation beschleunigt sich

Die Zukunft von Transport und Logistik steht nicht in den Sternen, sie liegt aber zum Teil abseits der heute genutzten Verkehrsträger. Im Interview mit logistik-tv.net erklärt der Foresight Experte Dr. Bernhard Albert, wie Unternehmen die kommenden Entwicklungen aktiv mitgestalten können.

 

Szenariotechnik für Unternehmen
Driving Impact: Wertschöpfung in der Welt von morgen

Welche Megatrends prägen unsere Wirtschaft aktuell und in naher Zukunft? Antworten auf diese Frage liefert die Publikation „Driving Impact -- Wertschöpfung in der Welt von morgen" der Supply-Chain-Experten und KPMG Partner Sven Marlinghaus und Christian Rast.

Zum Buch gibt es Videointerviews mit Entscheidern und Vordenkern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Einer von ihnen ist Dr. Bernhard Albert, vom Netzwerk Zukunftsforschung e.V. der über Szenarien und "Gaming als Managementkompetenz" spricht.

Deutsch:



Englisch:

 

Mutmacher 2012

Für Zukunftsforscher Dr. Bernhard Albert, der unter anderem für die Stückgutkooperation System Alliance arbeitet, gehört die Logistik-Branche schon heute zu den Gewinnern des Jahres 2012: "Viele Unternehmen, mit denen ich spreche, arbeiten an innovativen Konzepten und neuen Geschäftsmodellen."

Mutmacher 2012: Dr. Bernhard Albert für logistik-tv.net auf vimeo.
 

Risikoszenarien zur Sicherung von
Liefer- und Wertschöpfungsketten

 
Für Unternehmen wird es immer wichtiger, ihre Liefer- und Wertschöpfungsketten ebenso wie ihre Marktbeziehungen dynamischer und flexibler zu gestalten. Naturkatastrophen, gesellschaftliche Auseinandersetzungen und militärische Konflikte dürfen nicht zu längeren Lieferunterbrechungen, Produktionsausfällen oder Absatzstörungen führen. Die globalen Kapitalströme, die zunehmende Verknappung unmittelbar verfügbarer Rohstoffe und das Eigenleben der Märkte erhöhen das Risiko dafür aber permanent.

Was nicht zu verhindern ist, muss auf andere Weise bewältigt werden. Zu denken ist an alternative Lieferströme, die Ausfälle dynamischer abfangen können, an verteilte Lösungen im Bereich der Lagerlogistik und an eine systematische Streuung von Marktbeziehungen. Ebenfalls hilfreich ist eine Verteilung von Bezugsquellen, die sich aber möglichst nur minimal auf Einkaufspreise auswirken sollte.

Was für Rohstoffe gilt, gilt natürlich gleichermaßen für Maschinen und Anlagen, für Ersatzteile, für Elektronik, ... Die meisten mittelständischen Unternehmen merken oft erst dann, wenn es ernstlich wehtut oder schon zu spät ist, wie abhängig sie von einzelnen Zulieferern, Ressourcen oder Märkten sind. Wieviele Hersteller stellen sich systematisch die Frage, von wo der Einkauf Rohstoffe und Teile bezieht? Wieviele stellen sich ernsthaft die Frage, wen ihre Kunden beliefern?

Selbst Konzerne stehen in Bezug auf Risikobetrachtungen, geeignete Lösungsstrategien und ein systematisches Risikomanagement vielfach noch am Anfang. Das zeigt sich unter anderem daran, dass Versorgungsengpässe oft als Problem des Einkaufs betrachtet werden, und - abgesehen von Preisanalysen - nicht einmal vorstandsrelevant sind.

Lösungen sollten auf systemischen Risikobetrachtungen entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferketten basieren, die die möglichen Dynamiken der Entwicklung in Form von Szenarien erfassen. Die Berechnung möglicher Folgewirkungen auf Geschäftsfelder, Märkte und Produkte erlaubt eine systematische Ableitung von Handlungsoptionen und Gegenstrategien. Prozesse dieser Art gehören zum Kerngeschäft von Foresight Solutions und werden gemeinsam mit der aveniture GmbH realisiert.


 

Die Zukunft von Liefer- und Wertschöpfungsketten

Die Übergänge zwischen Liefer- und Wertschöpfungsketten bzw. zwischen Logistik und Produktion werden zunehmend fließend. Die Zahl der Logistikdienstleister, die klassische Produktionsaufgaben übernehmen, wächst. Vor- und Endmontage werden zur Aufgabe von Dienstleistern, die früher allein für Transporte und Lagerbestände zuständig waren. Eine immer größere Zahl von Produkten und Halbzeugen wird von Dienstleistern montiert oder sogar erzeugt, darunter beispielsweise Autoteile, Computer und Grundstoffe für die chemische Industrie. Die Systemgrenzen zwischen Logistik und Produktion, zwischen Liefer- und Wertschöpfungsketten lösen sich auf.

Doch damit ist man nur am Anfang des Produktlebenszyklusses - am Ende stehen Rückführung und Recycling, mit denen sichergestellt wird, dass Sekundärrohstoffe gewonnen, Stoffkreisläufe geschlossen und Schadstoffe sicher abgebaut oder verwahrt werden. Auch hier eröffnet sich mit steigenden Rohstoffpreisen und Recyclingkosten ein zunehmend attraktiver Markt für Logistikdienstleister weit jenseits des Transports und des Lagermanagements.

Die zunehmenden Übergänge zwischen vormals getrennten Sphären bergen eine Vielzahl von Chancen und Risiken für die Logistik und für die Produktion. Chancen, die von Logistikunternehmen rechtzeitig ergriffen werden müssen, bevor andere Lösungsanbieter den Markt erobern. Es besteht das Risiko des Verlusts lukrativer Aufgaben, wenn die Bereitschaft zur Ausweitung des eigenen Angebots zu beschränkt ist. Andererseits gilt es klar zu erkennen, dass neue Angebote neue Kompetenzen erfordern. Hier ist vor allem auch an die Dynamiken zu denken, mit denen sich Umbrüche vollziehen und an die oft erstaunlichen Geschwindigkeiten bei der Vorwärts- und Rückwärtsintegration.

In einem Projekt, das mein Kollege Prof. Dr. Krupp begleitet hat, fragte einmal ein Teilnehmer treffend: „Heißt das etwa, das die Produktion zum Anhängsel der Logistik wird?“ Meine Frage und fast schon eine Antwort: „Ist das nicht schon längst der Fall?“ Für die engere Verzahnung und die neuen Abläufe und Prozesse müssen Schnittstellen neu definiert und innovative Geschäftsmodelle entwickelt werden. Auffällig ist, dass beide Seiten die Möglichkeiten häufig nicht erkennen, weil sie in den klassischen Schubladen denken.

Ich schlage da immer wieder gerne die Trommel für Fokusgruppen mit Experten und für Zukunftswerkstätten mit Kunden. Diese erlauben es zu verstehen, was sich beim Kunden aktuell und in Zukunft verändern wird, welche Bedürfnisse sich verlieren und welche neu entstehen. Dabei lässt sich kritisch prüfen, ob das eigene Leistungsportfolio in Zukunft noch das Leistungsportfolio ist, das am Markt benötigt wird, und was getan werden kann, um sich rechtzeitig auf neue und zukünftige Anforderungen einzustellen.